Kuckuck

Sicherlich weiß jeder, dass der Kuckuck keine Nester hat und auch seine Eier nicht selbst ausbrütet. Er legt jeweils ein Ei bei einem Singvogel mit ins Nest. Dieses Ei gleicht dem Ei des Wirtsvogels in der Farbe. Er kann somit die Farbe anpassen, ist das nicht verrückt?! Das Ei legt er in wenigen Sekunden und nimmt dafür ein anderes Ei mit aus dem Nest. Das Kuckuckweibchen macht dies etwa alle zwei Tage im Schnitt 9-25 mal. Nach dem Schlüpfen entfernt dann das Jungtier in nur wenigen Stunden die anderen Eier aus dem Nest. Die Zieheltern haben schlussendlich also nur noch ein Jungtier, welches am Ende deutlich größer ist als sie selbst.

Hast du schon einmal einen Kuckuck bewusst aus der Nähe gesehen? Auch wenn man die Tiere häufig hört ist mir das vor Slowenien noch nicht gelungen. Die taubengroßen Tiere halten meist einen gewissen Abstand. Würde man nur den Kopf sehen könnte man den Vogel auch fast für eine Taube halten. Aber mit seiner Sperberbrust hat er auch etwas Greifvogelartiges. Aber natürlich passt zum Greifvogel die Schnabelform wiederum nicht. Seine Brust nutzt der Vogel übrigens bewusst um die Singvögel aus ihrem Nest zu vertreiben und das eigene Ei legen zu können.

Der Kuckuck zählt als gefährdet. Dies kommt dadurch, weil durch unsere Art der Landwirtschaft seine Wirtsvögel wie Rotkehlchen ihren Lebensraum immer mehr verlieren. Auch brüten viele der Singvögel durch den Klimawandel bereits früher. Aber der Kuckuck als Langsteckenzugvogel schafft es bisher nicht sich hier anzupassen.
(Sven H.)

Waldkauz

Eine weitere Vogelart welche wir in Slowenien fotografieren konnten ist der Waldkauz. Er zählt neben der Waldohreule zu den am meist verbreiteten Eulen bei uns. Vor allem im Spätherbst und frühen Frühjahr hört man seinen typischen Eulenruf ab der Dämmerung. Den Waldkauz gibt es in unterschiedlichen Farben (Morphen). Von grau über braun bis rostbraun. Die Zeichnung und Farbe des Gefieders tarnt ihn dabei perfekt vor der Baumrinde.

Der Waldkauz besitzt ein festes Revier und bleibt normalerweise auch für immer hier. Die Größe des Reviers ist abhängig von der Nahrungsmenge. Er frisst vorwiegend Mäuse aber greift bei Knappheit auch mal zu Eichhörnchen, Fröschen oder kleinen Vögeln. Die Mäuse findet er mithilfe seiner Ohren im lautlosen Suchflug oder er nützt eine Ansitzwarte. Dieser Ansitz ist dabei häufig gerade mal 50-70cm hoch. Wie viele andere Vögel ist der Waldkauz auch monogam. 
(Sven H.)

Sperlingskauz

Mit einer Größe von etwa eines Stars ist der Sperlingskauz die kleinste Eulenart in Mitteleuropa. Mit dieser Größe und einen Gewicht von etwa 60g beim Männchen gehört der Sperlingskauz aber auch weltweit zu den Zwergen unter den Eulen. In Slowenien kommt er vorwiegend in den höhergelegenen bewaldeten Lagen vor. Dabei bevorzugt der Sperlingskauz allgemein Nadelwälder.

Wie fast alle Eulenarten bevorzugt dabei auch der Sperlingskauz natürliche Wälder mit Totholz in denen es auch Bruthöhlen gibt. Diese Eulenart hat einen Ruf der eher weniger an eine Eule sondern mehr an ein quietschendes Fahrrad erinnert. Die Revierrufe des Männchens gehen üüüüüü. Kleinvögel reagieren sehr auf diesen Ruf und werden ganz unruhig.

Auf seinem Speisezettel stehen Vögel bis zur Größe eines Buntspechts sowie Mäuse und Amphibien. Häufig nutzt er die Wipfel eines Nadelbaumes dabei als Ansitz. Er jagt bei trüben Wetter oder in den Dämmerungsphasen. Bei Dunkelheit ist er nicht aktiv um auch anderen Eulen aus dem Weg zu gehen die einen Sperlingskauz jagen würden. Ansonsten hat der kleine Vogel Feinde wie Sperber oder auch Mader.
(Sven H.)

Wendehals

Auf den ersten Blick ist der Wendehals ist ein eher unscheinbarer Vogel. Seinen Namen bekam er durch die Beweglichkeit seines Kopfes. Ähnlich wie Eulen kann auch er den Kopf über 180 Grad drehen. Er kommt in vielen Gegenden Europsas vor und bevorzugt offene Landschaften mit vereinzelten Bäumen wie z.B Parklandschaften, Streuobstwiesen, große Gärten sowie Weinbaugebiete. Geschlossene Wälder und Höhenlagen meidet er hingegen.

Durch seine Tarnung ist er häufig sehr schwer zu sehen, da er fast völlig mit Baumstämmen verschwimmt. Einfacher ist dies am Boden wo er meist auf die Jagd geht. Zu seinen Lieblingsspeisen gehören Ameisen und vor allem deren Larven. Diese werden mit seiner klebrigen Zunge aufgesammelt. Wenn man ihn aus dem Tarnzelt an seiner Baumhöhle fotografiert, ist sein Schnabel häufig voll davon. Als Bruthöhle nutzt er meist alte Spechthöhlen. Besonders beliebt sind dabei die Höhlen des Buntspechtes auch wenn der Wendehals mit seinen 17cm etwas kleiner ist als der Specht.

Ihr normaler Ruf ähnelt der eines Baumfalken mit vielen in hoher Tonlage aneinandergreiten gäh Lauten. Ebenfalls kann der Wendehals Zischlaute machen. Diese erinnern an eine Schlange (Schlangenmimikry) und werden vorwiegend von Jungvögeln zur Verteidigung eingesetzt.
Sein Verbreitungsgebiet beginnt von Spanien über ganz Europsa bis Japan auf ungefähr diesen Breitengraden. Den Winter verbringt der Wendehals südlich der Saharah.

Seine Zahl nimmt bei uns in Mitteleuropa stetig ab. Dies liegt besonders an der Entwicklung unserer Landwirtschaft. Treuobswiesen werden beseitigt, es wird öfters gemäht und mehr Biozide verwendet. Rand und Pufferzonen verschwinden ebenfalls immer mehr und unbefestigte Wegen werden weniger. Aber diese Entwicklung macht ja vielen Tieren zu schaffen und die Vielfalt geht stark zurück. So auch seine Nahrungsquelle der Ameisen. 

Aus fotografischer Sicht ist er nicht ganz einfach vor die Linse zu bekommen. Auch wenn er nicht besonders schnell ist, ist der Wendehals ist ein schneller und auch unruhiger Geselle. Im Flug benötigt man da 1/4000 Sekunde oder besser noch kürzer.
(Sven H.)

Wiedehopf

Ein wunderschöner Vertreter der Rackenvögel ist der Wiedehopf (Upupa epops). Sein stolzer orangener Kamm in Kombination mit seinem schwarzweißen Gefieder macht ihn zu einem begehrten Fotomotiv unter Wildlife-Fotografen. So unverwechselbar wie sein äußeres Erscheinungsbild ist auch sein Ruf, der ihm zu seinem englischen Namen „Hoopoe“ verhalf.

Trotz seines prachtvollen Aussehens trägt der Wiedehopf den unschönen Namen „Stinkvogel“. Diese Namensgebung rührt von einer bestimmten Verhaltensweise her. Brütende Weibchen und später auch die Jungtiere produzieren ein übelriechendes Sekret aus einer Bürzeldrüse, welches unter anderem Fäulnisstoffe enthält. Diese Flüssigkeit kann bei Bedrohung gezielt auf Fressfeinde gesprüht werden kann.

Die Jungtiere bedienen sich aber noch weiterer Taktiken, um sich selbst zu schützen. Zum einen zischen sie bei Gefahr wie Schlangen und zum anderen können sie ihren Kot regelrecht auf Eindringlinge schießen. Der Wiedehopf ist ein beeindruckender Vogel, er ernährt sich am liebsten von großen Insekten und deren Larven. Seine absolute Leibspeise sind Maulwurfsgrillen. Als Lebensraum bevorzugt der Wiedehopf warme und trockene Standorte mit kurzem Bodenbewuchs, wie Obst- oder Weinkulturen.
(Florian W.)

Bienenfresser

Ebenfalls ein farbenprächtiger Vertreter der Rackenvögel ist der Bienenfresser (Merops apiaster). Anders als in anderen Ländern, wie zum Beispiel Ungarn oder Österreich, bilden die Bienefresser in Slowenien keine größeren Kolonien. Die Bruthöhlen verteilen sich in kleinen Zahlen in den sandigen Terrassen der Weinberge. Die bunten Flugkünstler verbringen den Winter in Afrika und kehren gegen Ende April Anfang Mai wieder nach Südeuropa zurück.

In Deutschland galt der Bienenfresser in den 1980er Jahren als ausgestorben. In den 1990er Jahren wanderten die Tiere jedoch wieder ein und etablieren sich bis heute wieder mit mehreren Tausend Brutpaaren an warmen Standorten wie z.B. dem Kaiserstuhl. Im Flug erbeuten die Vögel Hautflügler, Bienen, Wespen, Hummeln, Hornissen, Zikaden, Libellen und fliegende Käfer. Die oftmals wehrhafte Beute wird nach erfolgreichem Fang auf einer Sitzwarte buchstäblich weich geklopft. Durch dieses Verhalten entleert der Bienenfresser die Giftdrüsen der Insekten bevor er sie frisst oder an den Nachwuchs verfüttert.

Der Nachwuchs wird in durchschnittlich eineinhalb Meter tiefen Bruthöhlen groß gezogen. Das Brutgeschäft beginnt Mitte Mai und nach gut 20 Tagen schlüpft die neue Generation. Die Aufzucht dauert dann bis Ende Juli. Bienenfresser brüten jährlich nur einmal, es gibt keine Nachbruten wie z.B. beim Eisvogel oder der Wasseramsel. Wie der Wiedehopf hat auch der Bienenfresser einen unverwechselbaren Ruf, welcher weithin zu hören ist, wenn die Tiere durch ihren bevorzugten Lebensraum fliegen - offenen Landschaften mit einzelnen Bäumen und Büschen. Nicht selten sind die Bienenfresser in der Nachbarschaft des Wiedehopf in den Weinbergen anzutreffen.
(Florian W.)

Zwergdommel

In Süßwassersümpfen, Auwäldern, Torfmooren und ähnlichen Habitaten mit dichter Vegetation und hohem Schilf findet ein sehr heimlich lebender Vertreter der Reiherfamilie seinen Lebensraum, die Zwergdommel (Ixobrychus minutus). Zwergdommeln brüten gerne in den Verlandungszonen der Gewässer. Der scheue Vogel ist tag- und dämmerungsaktiv. Er fliegt ungern auf, segelt meist nur niedrig über das Schilf und landet nach kurzer Flugstrecke wieder in der Deckung.

Zwergdommeln zeigen bei Gefahr das gleiche Verhalten, wie ihre größeren Verwanten, die Rohrdommeln. Die Tiere recken ihren Kopf senkrecht nach oben und strecken sich in die sogenannte Pfahlstellung, in der die Tarnung der schilfgelb und braun gestrichelten Brust perfekt zum Tragen kommt. Zwergdommeln fressen Fische, Insekten, Frösche und Kaulquappen sowie Würmer und Weichtiere (Mollusken). Diese erbeuten sie, indem sie bedächtig durch das Schilf klettern oder bewegungslos darauf warten, bis die anvisierte Beute in Reichweite ist.

Diese außergewöhnlichen Tiere aus dem Floating Hide beobachten zu können, ohne sie zu stören, ist ein echte Privileg. In Mitteleuropa werden die kleinen Reiher auf der roten Liste geführt. Ihre Bestandszahlen sind rückläufig, da sie, wie viele andere Tiere auch, sehr unter dem Verlust geeigneter Lebensräume durch den Menschen leiden.
(Florian W.)

Nachtreiher

Ein weiterer Vertreter der Reiher, dem wir im Floating Hide begegnen, ist der Nachtreiher (Nycticorax nycticorax). Die sozialen Vögel sieht man oft zusammen mit Artgenossen und anderen Reiherarten. Die europäischen Nachtreiher sind Zugvögel, sie kehren im April in ihre Brutgebiete zurück.

Bei der Nahrungssuche begeben sich die Tiere gerne abends und nachts auf die Jagd, um nicht mit anderen Arten um die Beute streiten zu müssen. In der Brutzeit, wenn mehr Futter benötigt wird, sind sie auch tagsüber auf der Pirsch. Bei der Nahrung sind sie nicht besonders wählerisch. Hauptsächlich kleine Fische, Würmer, Insekten aber gelegentlich auch Krebstiere, Amphibien, Reptilien, Muscheln, Nager und Vögel stehen auf ihrem Speiseplan.

Während der Brutsaison verfärben sich die Beine der monogam lebenden Nachtreiher und auffallende weiße Kopffedern reichen vom Nacken bis auf den Rücken. Auch der Nachtreiher brütet in der Regel nur einmal pro Jahr, nur in ganz seltenen Fällen kommt es zu einer zweiten Brut. Etwa in vier bis fünf Tagen nach der Kopulation (Ende April bis Ende Juni) legt das Weibchen in Intervallen von zwei Tagen etwa drei bis fünf Eier. Das Pärchen brütet abwechselnd etwa 22 bis 25 Tage lang. An sehr heißen Tagen befeuchten die Altvögel ihre Federn, damit die Eier kühl bleiben und nicht überhitzen. Die jungen Reiher verlassen dann ihr Nest schon drei Wochen nach dem Schlüpfen und gehen selbstauf Nahrungssuche.
(Florian W.)

Unterwegs im Floating-Hide

Die Fotografie aus dem Floating Hide ist etwas ganz Besonderes. Getarnt durch das schwimmenden Versteck geht man langsam durch das Gewässer auf der Suche nach den besten Motiven. Der tiefe Kamerastandpunkt, fast auf Wasserniveau, ermöglicht uns die perfekte Perspektive für intime Bilder. Begibt man sich noch vor der Dämmerung ins Wasser, gehört man für die Tiere zur Umgebung, wenn es heller wird. Es empfiehlt sich auch hier und da mal bewegungslos an einer interessanten Stelle stehen zu bleiben. So werden die  Tiere noch weniger gestört und sie lassen uns entspannt an ihrem Alltagsgeschehen teilhaben. 


Geplante Reisen

Auch im nächsten Jahr besuchen wir Slowenien wieder zur Vogelfotografie. Vom 30.05.-05.06.2027 geht es mit Florian Warnecke zu einer reinen Frühlingsvogeltour, im Zeichen von Wiedehopf, Bienenfresser, Wendehals und Co. Gemütlich von einem wunderschönen Weingut aus werden wir unterschiedliche Hides angesteuern. Wir wohnen inmitten von Weinbergen in der slowenischen Toskana. Für das leibliche Wohl ist mehr als gesorgt und der Pool im Garten gibt uns die Möglichkeit, während des Tages zu entspannen.

Vom 06.06-12.06.2027 geht es mit Sven Herdt auf eine spannende Reise durch Sloweninen zu drei unterschiedliche Standorten. Zuerst besuchen wir die Braunbären im Süden des Landes. Im Anschluss geht es mit dem Floating Hide ins Wasser und zu guter Letzt besuchen wir nochmal die Frühlingsvögel, die mitten in der Jungenaufzucht stecken. 

Weitere Infos zu diesen Reisen findest du auf der Webseite.

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